Langwedel – Corona und die daraus folgenden Regeln des Rahmenhygieneplans des Landes Niedersachsen für die Schulen Niedersachsens (so heißt das wirklich) sorgten dafür, dass in diesem Jahr alles anderes war. Statt der gewohnten großen gemeinsamen Schulentlassfeier mit ganz vielen Gästen gab es an der Oberschule am Goldbach zu Langwedel im Zwei-Stunden-Takt gleich drei Entlassfeiern.

 Jeweils zwei Klassen durften mit gebührendem Abstand ihre Zeugnisse entgegennehmen, zwei Begleitungen durften die Absolventinnen und Absolventen mitbringen.

„Insgesamt klein, aber deshalb sehr persönlich“, urteilte Schulleiter Rolf Bartels über die Veranstaltungen, zu denen er zwar die Gäste begrüßte, die jeweiligen Abschlussreden hielten aber die Klassenlehrer. Was der Schulleiter übrigens gar nicht so verkehrt fand. So musste er nicht dreimal die gleiche Rede halten. Die Klassenlehrer kennen ihre Leute nun doch ein kleines Bisschen besser als der Schulleiter und konnten ein Stück weit persönlicher werden, fand Bartels.

Die Lehrerband der Oberschule am Goldbach präsentiert ihren Corona Song.
Dieser Videogruß des Kollegiums und der Mitarbeiter*innen geht an an alle unsere Schülerinnen und Schüler.

Wir hoffen, euch allen geht es gut und wir sehen uns bald wieder!

 

Langwedel - Von Jens Wenck. Schule in den Zeiten von Corona? Sind das einfach nur vorgezogene und verlängerte Osterferien? Sind es nicht. Auch an der Oberschule Langwedel nicht. Seit dem 16. März sind in Niedersachsen die Schulen zwangsweise geschlossen. „Wir haben es ja kommen sehen“, sagt Oberschulleiter Rolf Bartels. Schon vor zwei Wochen habe die Schulleitung die Kolleginnen und Kollegen gebeten, ihren aktuellen Lehrstoff zu digitalisieren – um die Kinder über das interne Schulnetz iServ beschulen zu können.

„Wir haben die Materialien geklärt, die Möglichkeiten mit den Kindern abgesprochen“, so Bartels. „Und welche Fächer verpflichtend sind.“ Die Mädchen und Jungen haben etliche Bücher und Unterrichtsmaterial mit nach Hause geschleppt. Als dann am Freitag, 13. März, die Weisung aus Hannover kam, haben wir uns zunächst für fünf Wochen verabschiedet. Und viele Kolleginnen und Kollegen ins Homeoffice verabschiedet.“

Schüler kümmern sich um Gedenkstele für verstorbene Zwangsarbeiterkinder

Langwedel - Von Lisa Duncan. Ein dunkles und zugleich wenig bekanntes Kapitel der Langwedeler Geschichte steht gerade bei Siebtklässlern des Wahlpflichtfachs Geschichte an der Oberschule am Goldbach auf dem Lehrplan: Zwischen 1943 und 1945 starben 21 Kleinkinder polnischer und zwei russischer Herkunft in einer sogenannten Verwahranstalt in Cluvenhagen. Deren Eltern mussten Zwangsarbeit verrichten und durften ihre Kinder nicht bei sich behalten. Seit 2002 erinnert ein schwarzer, mit einem weißen Engel verzierter Gedenkstein auf dem Daverdener Friedhof an dieses Verbrechen. Mit Schaufel und Blumenrabatten ausgerüstet, gingen die Oberschüler jetzt ans Werk, um der Stele, auf der alle Namen der gestorbenen Säuglinge zu lesen sind, mehr Aufmerksamkeit zu verleihen. Das Geld für die Pflanzung haben sie mit einem Kuchenbasar beim Elternabend verdient. 120 Euro kamen dabei zusammen.

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